Ausbrechen aus erlernter Hilflosigkeit: wo Coaching ansetzt

CoachHub · 21 March 2025 · 5 min read

Jana arbeitet seit Jahren engagiert in ihrem Unternehmen. Doch als sie sich erneut auf eine interne Position bewirbt und wieder eine Absage erhält, gibt sie frustriert auf. „Es bringt sowieso nichts, mich anzustrengen“, denkt sie und macht nur noch Dienst nach Vorschrift. Tom, ein erfahrener Vertriebsleiter, hatte früher viele Ideen – doch nach unzähligen abgelehnten Vorschlägen spart er sich inzwischen jede Mühe. Diese Fälle zeigen ein typisches Muster:

Menschen, die wiederholt Misserfolge erlebt haben, hören irgendwann auf zu kämpfen, selbst wenn eine Veränderung möglich wäre. Dieses Phänomen nennt sich “erlernte Hilflosigkeit” – doch es ist nicht unumkehrbar. Coaching kann helfen, die inneren Blockaden zu durchbrechen, alte Denkmuster aufzubrechen und Selbstvertrauen zurückzugewinnen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie das gelingt.

Erlernte Hilflosigkeit: Definition, Ursachen und Folgen

Das Konzept der erlernten Hilflosigkeit wurde in den 1960er-Jahren von dem Psychologen Martin Seligman geprägt. In Experimenten mit Hunden zeigte er, dass wiederholte negative Erfahrungen dazu führen, dass Individuen aufhören, sich gegen unangenehme Situationen zu wehren – selbst wenn eine Lösung möglich wäre. Später wurde dieses Phänomen auch beim Menschen nachgewiesen: Wer oft genug erlebt, dass Anstrengung nichts bringt, entwickelt eine Art erlernte Passivität.

Das zeigt sich auch im Fall von Jana. Sie ist engagiert und ambitioniert, doch immer wieder wird sie bei internen Beförderungen übergangen. Ihre Vorgesetzten geben keine Begründung, ihr Potenzial wird ignoriert, und auf ihre Fragen erhält sie nur ausweichende Antworten. Mit der Zeit beginnt sie, an sich selbst zu zweifeln. Wozu sich anstrengen, wenn sich doch nichts ändert? Eine solche toxische Unternehmenskultur, in der Transparenz und Anerkennung fehlen, kann dazu führen, dass Mitarbeiter in Resignation verfallen.

Die Folgen sind gravierend: Geringere Motivation, sinkendes Selbstvertrauen und sogar ein erhöhtes Risiko für Stress und Burnout (Maier & Seligman, 2016). Doch genau hier setzt Coaching an. Wer erlernte Hilflosigkeit erkennt, kann mit gezielten Strategien aus diesem Zustand ausbrechen – und so zu neuer Selbstwirksamkeit finden.

Empowerment durch Coaching: ein Weg aus der Hilflosigkeit

Gute Coaches können helfen, den Kreislauf der erlernten Hilflosigkeit zu durchbrechen, indem sie blockierende Denkmuster hinterfragen und aufzeigen, dass Veränderung möglich ist. Entscheidend dabei ist das Prinzip des Empowerments: Anstatt Lösungen vorzugeben, unterstützen Coaches ihre Klienten dabei, eigene Ressourcen zu erkennen und neue Handlungsstrategien zu entwickeln.

Am Beispiel von Tom: Nach Jahren der Ablehnung glaubt er nicht mehr an den Wert seiner Ideen. Ein Coach hilft ihm, die Perspektive zu wechseln: Statt Ablehnung als persönlichen Misserfolg zu sehen, lernt er, gezielt nach Feedback zu fragen oder seine Vorschläge strategisch neu zu platzieren.

Ein zentraler Ansatz ist dabei die Positive Psychologie, die Stärken, Erfolge und Potenziale fokussiert. So wird Selbstwirksamkeit gestärkt – die Überzeugung, das eigene Leben aktiv gestalten zu können.

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Strategien zur Überwindung erlernter Hilflosigkeit

Coaching bietet konkrete Strategien, um innere Blockaden zu lösen und Selbstwirksamkeit zu stärken. Entscheidend ist, dass Betroffene wieder lernen, Einfluss auf ihre Situation zu nehmen.

Kleine Erfolge sichtbar machen

Menschen mit erlernter Hilflosigkeit nehmen oft nur Misserfolge wahr, während ihre Erfolge unbemerkt bleiben. Ein bewährter Coaching-Ansatz ist es, den Fokus bewusst auf Fortschritte zu lenken. Methoden wie ein Erfolgsjournal helfen dabei, kleine, aber bedeutende positive Entwicklungen sichtbar zu machen.

Jana könnte beispielsweise festhalten, wann sie trotz Rückschlägen proaktiv gehandelt hat – etwa, wenn eine Kollegin ihre Idee gelobt oder sie in einem Meeting eine wertvolle Anregung gegeben hat. Indem sie sich bewusst macht, dass ihre Arbeit durchaus Wirkung zeigt, entsteht ein neuer Blick auf die eigene Handlungsfähigkeit.

Reframing: Die Perspektive ändern

Oft liegt der Schlüssel zur Veränderung in der Art, wie Menschen ihre Erfahrungen bewerten. Beim Reframing geht es darum, eine neue Perspektive einzunehmen und Misserfolge nicht als endgültiges Scheitern, sondern als Lernchancen zu begreifen. Tom hat nach jahrelangem Versuchen, innovative Ideen einzubringen, resigniert. Durch Coaching könnte er erkennen, dass nicht die Qualität seiner Vorschläge das Problem ist, sondern vielleicht der Zeitpunkt oder die Art der Präsentation. Ein Perspektivwechsel hilft ihm, strategischer vorzugehen, sich Verbündete zu suchen und seine Ideen gezielter zu platzieren.

Selbstwirksamkeit stärken

Ein zentrales Element im Coaching ist es, Menschen wieder bewusst zu machen, dass ihr eigenes Handeln einen Unterschied macht. Ein effektiver Weg dahin ist das Arbeiten mit sogenannten SMART-Zielen – also spezifischen, messbaren, attraktiven, realistischen und terminierten Zielen (Personio). Für Jana könnte das bedeuten, sich aktiv für Feedbackgespräche mit Führungskräften einzusetzen, anstatt passiv darauf zu warten, dass sie anerkannt wird. Je mehr sie erlebt, dass ihr Handeln Einfluss auf ihre Situation hat, desto mehr festigt sich ihr Gefühl von Selbstwirksamkeit – und die Resignation weicht einer neuen Zuversicht.

Handlungspläne entwickeln

Erkenntnisse allein reichen nicht – sie müssen in konkrete, umsetzbare Schritte übersetzt werden. Coaches arbeiten daher oft mit strukturierten Handlungsplänen, die helfen, Veränderungen in die Praxis zu bringen. So könnte Tom sich vornehmen, vor seinem nächsten Vorschlag gezielt Unterstützung im Team zu suchen, um seine Erfolgschancen zu erhöhen. Durch diese bewusste Vorbereitung schafft er sich bessere Ausgangsbedingungen und verlässt die passive Haltung, die er sich unbewusst angeeignet hatte.

Was Führungskräfte tun können

Die Aufgabe von Führungskräften ist es, erlernte Hilflosigkeit in Teams zu erkennen und zu überwinden. Sie müssen für psychologische Sicherheit sorgen – also ein Arbeitsumfeld, in dem Mitarbeiter offen ihre Meinung äußern, Fehler zugeben und Risiken eingehen können, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben.

Digitales Coaching kann Führungskräfte und Teams dabei unterstützen, eine solche Kultur zu schaffen. Ein Beispiel ist das Fertigungsunternehmen CEMEX, das mit CoachHub zusammenarbeitete, um die Resilienz seiner Talente zu stärken. Durch gezieltes Coaching wurden Mitarbeitende ermutigt, Eigenverantwortung zu übernehmen und neue Perspektiven zu entwickeln. Solche Programme zeigen, dass Coaching nicht nur individuelles Wachstum fördert, sondern auch die gesamte Teamdynamik positiv beeinflussen kann.

Fazit: Coaching als Schlüssel zur Selbstwirksamkeit

Erlernte Hilflosigkeit ist kein Dauerzustand – mit den richtigen Strategien kann sie überwunden werden. So hat Jana gelernt, sich aktiv für ihre Weiterentwicklung einzusetzen, während Tom seine Ideen nun mit neuer Zuversicht präsentiert. Coaching hilft, alte Denkmuster zu durchbrechen und neues Selbstvertrauen aufzubauen. Der erste Schritt? Sich bewusst machen, dass Veränderung möglich ist. Denn wer beginnt, wieder an die eigene Wirksamkeit zu glauben, kann den Kreislauf der Resignation durchbrechen – und sich neue Chancen eröffnen.

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